Impuls: Die vollendete Form entsteht durch…

Die vollendete Form entsteht durch Weglassen und Verzicht

Dieser alte Bildhauerspruch könnte in unserem überfrachteten Alltag für ein kurzes Innehalten sorgen. Einfach mal darüber nachdenken, ob und wie sehr das für einen selbst zutreffen könnte.

Wir sind versucht, immer Neues hinzuzupacken, mehr zu schaffen, sich überall noch fantastischer zu präsentieren und vieles „mehr“. Ein Bildhauer beispielsweise sieht das umgekehrt. Er hat vor sich einen dicken Stamm aus Holz. Da ist Vieles vielzuviel vorhanden. Da muss was weg, damit am Ende eine Skulptur sichtbar ist; das, was für den Künstler sein vollendetes Kunstwerk ist.

Was wäre, wenn wir einfach mal was weglassen? Es muss ja für den Anfang nichts existenzielles oder „systemrelevantes“ sein. Aus meiner eigenen Erfahrung ist es beispielsweise die Berieselung mit News, Infos, TV, Internet. Viele Menschen sabotieren sich damit selbst, indem sie permanent „auf dem Laufenden“ sein wollen. Die „up-to-date“-Philosophie spricht für Aktualität und Effizienz. Klingt gut. Wir füllen dabei das Fass unserer Aufmerksamkeit permanent mit Inhalt. Es läuft über. Zwangsläufig. Was dazu führt, dass wir nichts von alledem wirklich wertschätzen, genießen oder nutzen können. Es wird beliebig. Wir könnten Maßnahmen ergreifen, diesem Automatismus entgegenzuwirken.

Auch im Bereich der „Persönlichkeitsentwicklung“ schwingt grundsätzlich ein „mehr“ von Qualifikationen, Fähigkeiten, Kompetenzen mit. Achtung: diese Forderungen kommen häufig von anderen, die damit eigene Ziele verfolgen. Oder von einem selbst, weil man glaubt, man müsste die Anforderungen anderer erfüllen. Beides ist bis zu einem gewissen Grad völlig o.k., aber wenn es zur Selbstaufgabe in einem fremdbestimmten Hamsterrad führt – nun, es gibt immer Gestaltungsspielräume.

Das ist das Stichwort: Gestaltungsspielraum. Was also könnte ich heute weglassen, um mein eigentliches Wesen zum Ausdruck kommen zu lassen?! Auf was verzichte ich heute, damit ich mich selbst besser fühle?!

Sie werden feststellen, dass „Weglassen“ und „Verzicht“ eine Bereicherung sein können.

In diesem Sinne: Bleiben Sie gelassen

Ihr Jan O. Deiters

 

 

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