Irland-Urlaub im Cottage

Von der Freiheit des Wohnens

Urlaub in Irland – da stellt sich sofort die Frage, wo und wie man sein Quartier aufschlagen möchte. Hotel, Herrenhaus, Bed&Breakfast, Hostel, Campingplatz – oder ein Cottages mit Selbstversorgung. Die Auswahl ist groß, die Qualitätsunterschiede erheblich. Hier ein paar Tipps, was man bei der Auswahl beachten sollte.

Eine der lohnenden Möglichkeiten für einen ganz individuellen Aufenthalt ist die Selbstversorgung, das so genannte „Self-Catering“ in einem Cottage. Was sich so malerisch anhört, ist nichts weiter als ein Ferienhaus. Aber genau da zeigt sich die Bandbreite von ursprünglich und einfach bis hin zu luxuriös und modern. Dabei ist es nicht immer einfach, aus einem Katalog oder einer Internetseite genau das herauszufinden, was wirklich den eigenen Wünschen entspricht. Häufig verbergen sich hinter Standardformulierungen eben auch Standards – aus Sicht der irischen Vermieter. Erfahrungsgemäß gibt es da elementare Unterschiede in der Sichtweise zu den Ansprüchen aus deutscher Sicht. Wer keine unangenehmen Überraschungen erleben will, versorgt sich besser mit soliden Informationen bei einem spezialisierten Anbieter und prüft die verfügbaren Informationen genau.

Im Grunde sind Ferienhäuser auch aktuell sehr preisgünstig. Zwar mag der Preis von beispielsweise 700 Euro pro Woche zunächst hoch erscheinen. Rechnet man das dann aber auf die Zahl der Gäste um, ergibt sich ein völlig anderes Bild. Gerade im Vergleich mit Übernachtungen im Hotel je Person für sieben Nächte. Also ist diese Urlaubsform für Familien und kleine Gruppen eine ideale Möglichkeit, sich bei den Kostenplanung mehr um die Aktivitäten kümmern zu können, als um das Budget für’s Wohnen.

Der nächste Vorteil liegt in der persönlichen Freiheit. Nach ein paar Stunden der Eingewöhnung fühlt man sich wie Zuhause und kann sich frei bewegen. Schließlich ist es nicht jedermanns Sache, die Zeiten zwischen den Urlaubserlebnissen in einem kleinen Zimmer auf dem Hotelbett zu verbringen und für jede Kleinigkeit aus dem Hotel zu müssen. Einfach mal in die Küche gehen und einen Tee kochen, zwischen den Zimmern wechseln, persönlichen Freiraum genießen – das hat Urlaubsqualität.

Die Grundsatzfrage bleibt immer: Will ich abhängig sein von den Zeiten und Möglichkeiten eines Hotels oder ist mir die persönliche Freiheit wichtiger, selbst wenn es mehr organisatorischen Aufwand bedarf. Immerhin muss man sich selbst was kochen und danach auch abspülen.

Ist die Entscheidung für ein Cottage gefallen, stellen sich die nächsten Fragen: Welche Anforderungen stelle ich an ein Ferienhaus? Was will ich? Worauf lege ich Wert und welche Aspekte kann ich vernachlässigen? Wie wichtig genau diese Fragestellungen sind, zeigt sich in der Bandbreite der angebotenen Häuser.

 

Da ist einmal das kleine naturbelassene Cottage. Früher ein Milchlager mit angebautem Stall, heute ausgebaut mit Kamin und einem engen Schlafplatz unter dem Dach. Hier ist alles vorhanden, vom Geschirrspüler über die Waschmaschine bis zum Toaster. Der kombinierte Wohn- und Essbereich mit einer Musikecke und einem rußgeschwärzten Kamin strotzt nur so von der persönlichen Ausstattung der Vermieterin. Mit viel Liebe strahlt das Häuschen Wärme und Persönlichkeit aus. Dafür ist es sehr rustikal, man hat das Gefühl, eine Zeitreise in die Vergangenheit zu erleben. Bis zum Strand sind es wenige Kilometer – bei gutem Wind kann man die Wellen hinter der mannshohen Hecke hören. Auf der Wiese vor dem Haus stolziert der Hahn mit seinen Hennen und hinter dem Zaun weidet eine Gruppe Esel mit weitem Blick auf die Berge am Horizont. Das alles wirkt höchst idyllisch und heimelig. Wer Ruhe sucht und sich völlig aus dem Alltagsgeschäft ausklinken will, ist hier sicherlich genau richtig.

Auf der anderen Seite gibt es das moderne, neu gebaute und allen zivilisatorischen Erfordernissen gerecht werdende Haus direkt an der wellenumpeitschten Atlantik-Küste mit gigantischem Blick auf das Meer. Die Einrichtung ist zwar geschmackvoll, aber eben doch eher neutral gehalten. Das Haus bietet allen Komfort, alles ist geordnet und penibel sauber. Fast erscheinen einem hier vermeintlich deutsche Tugenden noch übertroffen – inklusive einer klar gegliederten Mülltrennung. So hat dieses Haus ebenfalls Charme – aber eben auf völlig andere Weise wie der ehemalige Milchstall. Eine wirkliche Wertung ist daher nicht möglich. Beide Objekte sind für den perfekten Aufenthalt wie geschaffen.

 

Dann sind es die unterschiedlichen Standorte, die beachtet werden sollten. Viele der Angebote sind Einzelhäuser, die mehr oder weniger einsam am Meer oder in direkter Nähe eines Flusses oder Sees liegen. Wer sich für Self-Catering entscheidet, möchte erfahrungsgemäß auch alleine wohnen und nicht direkt nebenan eine weitere Urlauberfamilie haben. Andererseits bedingt diese exponierte Lage der Häuser auch, dass man sich von manchem lieb gewonnenen Komfort zumindest teilweise verabschieden muss. So strömt das Wasser aus dem Duschkopf vielleicht nicht wie von Zuhause gewohnt – oft ist es ein lascher Schwall. Das hängt mit den Wasserversorgungsanlagen zusammen, die noch nicht überall auf modernstem Stand sind. Auch wenn die Hauseigentümer in der jetzigen Zeit viel investieren, muss man um diese Dinge einfach wissen. Die Zufahrtsstraßen sind dann eben abenteuerliche Feldwege, die kaum eine Autobreite erreichen. Für manch einen ist das dann zu einsam und verlassen.

 

Die Alternative sind Appartement- und Reihenhausanlagen oder kleine Wohnanlagen mit Einzelhäusern, die alle wie in einer Anliegerstraße angeordnet sind. Auch die haben ihre Reize und bieten eine perfekte Heimat auf Zeit. Sie sind meist in der Nähe von größeren Orten und gut erreichbar. Da ist dann durchaus der abendliche Gang in die örtlichen Pubs drin und die Anbindung an kulturelle Angebote.

Entscheidend ist allein die Erwartungshaltung der künftigen Gäste. Und genau darüber sollte man sich vorher intensiv Gedanken machen – wenn man seine Koffer auspackt, ist es für einen Änderung des Domizils zu spät.

Häufig wollen die Leute heute auch unter der Woche anreisen und nicht mehr standardmäßig von Samstag bis Samstag. Das ist bei den privat geführten Cottages allerdings eher problematisch, denn die Vermieter sind oft keine Hausverwalter in großen Appartementanlagen, sondern stehen im Beruf und können ihre Zeit nicht so frei beispielsweise mit der Endreinigung oder der Hausübergabe vereinbaren. Dafür sind die Häuser dann aber auch wirklich privat geführt und entsprechend sorgsam behandelt.

Cottages sind für einige Regionen der treibende Wirtschaftsfaktor. So gibt es in den Grafschaften Sligo und Donegal oft mehr Cottages für Urlauber als Wohnhäuser für die Bevölkerung. Dass Ferienhäuser bei Urlaubern sehr beliebt geworden sind, hat auf der Insel andererseits eine eher problematische Entwicklung verursacht. Hohe Subventionen vor allem im Siedlungsbereich führten gewissermaßen zu einer Übersättigung. Das Überangebot sorgte bislang allerdings nicht für eine Senkung der Mieten. Der neue Aufschwung sorgt für steigende Preise.

Nehmen Sie sich ein paar Stunden Zeit für die Recherche, sprechen Sie mit einschlägig bekannten Anbietern am Telefon und lassen Sie sich schildern, wie es bei den einzelnen Angeboten wirklich ist. Je mehr Sie sich vorbereiten, desto erfüllender ist der Urlaub.

In diesem Sinne: slán und eine schöne Zeit

 

 

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