Mentale Fitness

Mehr Spaß im Job durch mentale Fitness

Für Leistungssportler ist es längst klar: Mentaltraining und mentale Fitness machen gut die Hälfte des Erfolges aus. Und für die körperliche Gesundheit der „normalen Menschen“ ist der Fitnessgrad ebenfalls maßgeblich. Selbst „Gehirnjogging“ wird zum Trend.

Für die eigene Zufriedenheit am Arbeitsplatz kann man selbst viel tun. Nicht immer haben „die Anderen“ Schuld; und auch „die Umstände“ lassen sich bei nüchterner Betrachtung häufig mit kleinen Maßnahmen ändern.

Bei der mentalen Fitness geht es vor allem um die eigene Einstellung zu den Dingen, um die Fähigkeit zur Entspannung und wie man die Konzentrationsfähigkeit stärkt.

Das Ziel: sich im Leben wohlfühlen – also auch im Beruf und am Arbeitsplatz, der ja einen Großteil der Lebenszeit in Anspruch nimmt. Dies sollte man nicht dem Zufall überlassen. Schnell sind die Reserven erschöpft, die Leistung lässt nach und Resignation macht sich breit. Hält so etwas länger an, werden Talente, Fähigkeiten und die Motivation verkümmern.

Wer hingegen mit Energie und Begeisterung bei der Arbeit ist, hat die besseren Voraussetzungen, weiter zu kommen, Chancen zu erkennen und wahrzunehmen.

 

5 Fragen zu Ihrer persönlichen mentalen Fitness

* Was saugt einem am Arbeitsplatz förmlich die Kraft aus Geist und Körper?

* Wo sind Blockaden, die in einer bestimmten Situation immer wieder wirksam werden und gegen die man machtlos zu sein scheint?

* Bei welchen Gelegenheiten im Umgang mit Vorgesetzten, Kollegen und Arbeitsabläufen wird Energie, Zeit und Emotionen vergeudet?

* Wie beurteilen die Kollegen – offen oder versteckt – die eigenen Verhaltensweisen? Gibt es berechtigte Ansatzpunkte?

* Welche Vorgaben schränken die Arbeitsfähigkeit ein? Was ist aus dem eigenen Blickwinkel heraus dafür verantwortlich? Und was müsste sich ändern, um das eigen Potenzial ausschöpfen zu können?

Die Antworten sollten unbedingt aufgeschrieben werden, damit diese nicht nur vage im Kopf herumgeistern. Daraus ergeben sich ganz konkrete Ansatzpunkte für den individuellen Einstieg in die Mentale Fitness.

Achtung: Dort, wo man spontan denkt, „betrifft mich ja eh nicht“, oder „das hab ich sowieso im Griff“, verstecken sich oft genau die Ansätze für ein verbessertes Wohlbefinden.

 

Vier Ansatzpunkte für eine konstruktive Perspektive

Man nehme den Arbeitstag so, wie er kommt, sorgen aber dafür, dass es so kommt, wie es für einen selbst positiv ist.

Hier sind vier Anregungen, die dabei helfen:

* Geistige Beweglichkeit. Nicht nur eine Einbahnstraße sehen, sondern auch die vielen Kreuzungen und Wegweiser erkennen, die neue Wege eröffnen können. Das erfordert Übung: wer – bildlich gesprochen – auf einen Turm steigt, kann seine Umgebung aus einer neuen und erweiterten Perspektive wahrnehmen. Das hilft übrigens auch bei der berühmt-berüchtigten „Betriebsblindheit“.

* Flexibilität: Sie hilft dabei, die Richtung wechseln zu können. Wer zu seiner bisherigen Sichtweise einen gegenteiligen Standpunkt einnimmt findet heraus, warum und in welchen Teilen auch dieser Standpunkt seine Berechtigung haben kann.

* Neugierde: Sie ist wichtig, damit wir nicht nur ausgetretene Pfade nutzen, die uns in der Lebens- und Arbeitsqualität einschränken. Was könnte interessant und spannend sein an einem neuen Arbeitsablauf, an einer Veränderung des Arbeitsfeldes oder sogar am vorhandenen Arbeitsplatz?

* Aufgeschlossenheit gegenüber anderen Menschen und Ideen: Sich einmal in die Lage der Kunden, Kollegen und Vorgesetzten zu versetzen, öffnet manchmal die Augen.

Schon an diesen Stichworten wird deutlich: Mentale Fitness ist eine Frage des eigenen Handelns, die eine aktive Vernetzung geistiger Eigenschaften erfordert.

 

Konzentration auf das Wesentliche

Zeitmanagement-Systeme wirken wie Magie. Man kauft sich einen Organizer – egal ob auf Papier oder in elektronischer Form – und schon sind alle Probleme beseitigt. Leider muss der Einzelne trotzdem wissen, was er wann, wie, mit welchem Aufwand, in welcher Reihenfolge, mit welchem Ziel und mit welchen Leuten erledigen will. Die eigentliche Planung bleibt also Aufgabe des Nutzers und seiner eigenen Denkleistung.

Wochenplanung, Strategie, Jahresübersicht – es geht immer um die Frage: Was ist wirklich Wesentlich! Angesichts der unendlich erscheinenden Aufgaben und Zielvorgaben verzetteln sich viele Menschen. Hinzu kommt die Tatsache, dass sich im Berufsleben sehr oft die Ziele oder Aufgabenstellungen plötzlich ändern – die Arbeitsabläufe sind sehr viel schneller geworden und fordern ein hohes Maß an Flexibilität.

Eine hervorragende Frage auf dem Weg zu dem, was genau jetzt getan werden muss, um das jeweilige Ziel zu erreichen, lautet: Was hindert mich jetzt daran, den nächsten Schritt auf dem Weg zum Ziel zu erreichen? Diese Frage wird so lange gestellt, bis jeder einzelne Schritt des Projektes oder der Aufgabe definiert ist. Dann ist zu jedem Zeitpunkt klar, was genau jetzt zu tun ist, um das Ergebnis zu erhalten, dass man anvisiert hat.

 

Gelassen, entspannt und souverän agieren

Neben einem wirkungsvollen Zeitmanagement oder der Frage nach den eigenen Zielen im Beruf ist es vor allem die Fähigkeit, Stress abzubauen, die mental fit macht. Entspannungsverfahren setzen direkt am Stress an. Ob Meditation, Autogenes Training oder andere Entspannungs-Verfahren führen zu mehr Gelassenheit. Das ist nicht zu verwecheln mit der Einstellung, dass einem alles egal wäre. Im Gegenteil: Stresskompetenz klärt den Blick.

Vor brenzligen Situationen oder in akuten Fällen helfen folgende Tipps:

* Pures Wasser trinken. Das geht sofort in den Organismus und versorgt das Gehirn mit zusätzlichem Sauerstoff – das ist entscheidend für die Denkfähigkeit.

* Sich eine Auszeit nehmen. Wenn man in einer ausweglosen Stresssituation ist, helfen selbst wenige Minuten, um Körper und Geist wieder „runter“ zu bekommen. Das unterbricht die Stressspirale im Kopf. Im Extremfall verabschieden man sich kurz zur Toilette. Das ist relativ unverfänglich.

* Eine andere Notfalltechnik ist das Zählen von zehn bis eins. Dabei tief ein und aus atmen. So kommt man buchstäblich wieder „zu Atem“. Verstärkt wird dies durch die Vorstellung, dass beim Einatmen Energie in den Organismus hineinfließt und beim Ausatmen das Problem gelöst ist.

* Bewegung gleicht Stress aus. Vielleicht gibt es im Bürogebäude ein Treppenhaus? Einmal hoch und runter wirkt Wunder. Denn es ist eine physiologische Tatsache, dass äußere Bewegung auch innere Bewegung schafft. Und wenn etwas in Bewegung ist, verändert es sich – also auch die stressige Situation.

* Lächeln! Es mag albern klingen, aber es hilft: Kopf hoch, Augen nach oben, Lächeln und sich vorstellen, wie beispielsweise das Ergebnis der Konferenz im Idealfall aussehen sollte.

 

So einfach diese Fragen und Tipps erscheinen, so wirkungsvoll sind sie. Denn sie setzen direkt dort an, wo Veränderungen möglich sind: bei einem selbst. Das bleibt niemandem erspart, die sich weiterentwickeln will und sein Leben befriedigend gestalten möchte: Eigeninitiative für mehr Spaß im Job.

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