Neue Wege gehen

Wege entstehen dadurch, dass man sie geht.

Franz Kafka hat hier einen gewichtigen Satz sehr gelassen ausgesprochen. Es klingt so einfach. Und so logisch. Aber wie immer – der Teufel steckt im Detail.

Denn dahinter verbergen sich gleich zwei wichtige Herangehensweisen und Erkenntnisse:

  1. wenn ich anderen hinterher gehe, dann folge ich anderen und gehe nicht notwendigerweise meinen eigenen, individuellen Weg. Dafür ist es relativ sicher und leicht.
  2. wenn ich der Erste bin, der diesen Weg geht, dann macht das sehr viel Mühe, es ist gar nicht sicher und das Risiko besteht, irgendwo in eine Schlucht zu stürzen oder sonst was.

Selbst, wenn wir dem Zitat nicht so intensiv nachforschen, ergibt sich vor allem ein wesentlicher Punkt:

Sollte uns etwas aus-weg-los erscheinen: dann können wir einen für uns passenden Weg finden, indem wir voran marschieren und diesen Weg einschlagen. Wie ein Pionier, der sich mit der Machete durch den Urwald eine Schneise schlägt, damit er selbst und seine Gruppe gefahrlos zu einem Ziel gelangen können.

Die tägliche Selbst-Sabotage besteht darin, dass wir gar nicht auf den Gedanken kommen, dass eine Richtung, die wir selbst einschlagen, letztlich zu einem Weg werden könnte.

Der Impuls für mehr Lebensqualität besteht darin, überhaupt diese Möglichkeit in Erwägung zu ziehen, dass ein Weg entsteht – alleine durch die Tatsache, dass ich ihn faktisch gehe. Im Rückblick fällt mir vielleicht sogar auf, dass die Schneise schon irgendwie da war und nur auf mich gewartet hat.

Für den Alltag heißt das: Es macht durchaus Sinn, meine Beweggründe, meine Gedanken, meine Wünsche und Ziele und meine Ansichten für mich selbst zu respektieren. Wenn ich diese ganz eigenen Wege einschlage, ist eines sicher: dort entsteht ein Weg! Ob andere dann folgen, mag dahingestellt sein. Zunächst ist wichtig, dass ich selbst gehe und Fußstapfen hinterlasse.

Und wie werden Sie sich erst fühlen, wenn Sie aus dem Dickicht treten und über ein Tal, einen Strand, eine Ebene schauen?!

Tief einatmen. Bleiben Sie gelassen.

Ihr Jan O. Deiters

 

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