Neues Bier für das Land

Auferstehung aus Ruinen

Es begann 1996. In einem alten Gebäude in Carlow wurde die Carlow Brewery geboren. Seamus O’Hara und seine Frau Kay machten sich auf, die Welt des Bieres zu erneuern. Immer öfter gibt es in Irland Mikrobrauereien und kleine Brauereien, die vor allem im lokalen Umfeld aktiv sind. Doch O’Hara sind schon einige Schritte weiter. 2008 fanden sie einen neuen und größeren Standort; das war die Antwort auf den immer höheren Absatz und die Erweiterung der Biersorgen. Mittlerweile fertigt die Brauerei fünf eigene Biere, zwei Sorten für Aldi Ireland und ein Irish Stout für Spencer & Davis. Zwei verschiedene Flaschengrößen und zwei Fassgrößen sind es, die ihren Weg sogar in die weite Welt finden bis nach Israel oder Thailand.

 

Derzeit werden etwa 300 Fässer in der kleinen Brauerei per Hand abgefüllt. Die Abfüllanlage ist neu und kommt aus Deutschland. Die Brauereieinrichtung wurde aus Israel, Deutschland und Italien zusammen gesammelt. Erfindungsreichtum ist genau das, was die Unternehmer auszeichnet. Zumal in einem Markt, der von Guinness dominiert wird. Gut, dann gibt es noch Beamish und Murphy’s, aber die sind – gemessen an dem Gigant – auch eher von mittlerer Größe.

 

Die Marktmacht der Großen heißt auf der anderen Seite auch ein sehr eingeschränktes Angebot. Es ist immer der gleiche Geschmack, es sind häufig billige Grundstoffe, das Erscheinungsbild ist geradlinig und mainstream – es fehlt einfach an der Vielfalt, die man bei anderen Lebens- und Genussmitteln, wie beispielsweise Käse oder Meeresfrüchte, sowieso kennt.

 

Es geht also darum, sich zu unterscheiden – und Produkte zu entwickeln, die einzigartig sind, die original handgemacht sind und die eine gute Chance haben, von Liebhabern nachgefragt zu werden. Zugleich lässt man das alte traditionelle Handwerk wieder aufleben. Der Geschmack lohnt das mit mehr Intensität, Aroma, Reinheit, mehr Würze – und das alles nach alten überlieferten Rezepten.

 Etwa 20 kleine Brauereien gibt es in Irland derzeit, O’Hara war eine der ersten, die diesen langsam wachsenden Trend erkannt haben. Und der Erfolg? Der ist überraschend groß, denn offensichtlich haben viele Menschen auf die „neue“ Biervielfalt nur gewartet.

Fachleute wie Liam Hanlon, der Masterbrewer von O’Hara und sein Brauerkollege Alan Stokes sind stolz auf das, was sie entwickeln und produzieren. Die Mühe lohnt sich, auch angesichts der Menge an Preisen, die für diese Leistungen schon vergeben wurden. Heute arbeiten 11 Leute bei O’Hara, davon vier in der Produktion. An drei Tagen der Woche wird gebraut, ansonsten ist man präsent auf Märkten und Lebensmittelmessen, wie beispielsweise beim Dublin Bloom jeden Sommer. Hier haben sich einige der neuen Brauereien zusammengeschlossen in einem eigenen Präsentationszelt.

Beispielsweise „8“. Die Zahl leitet sich von dem Längengrad ab, auf dem die kleine Brauerei steht. Das „Porterhouse“ ist gleich mit mehreren großen Pubs in Dublin vertreten und schenke eigenes Bier aus. Da lässt man ein Guinness oder ein Millers gern stehen.

 

Übrigens gehen auch einige Pubs dazu über, in einer Mikrobrauerei auf dem Dachboden oder im Schuppen nebenan ein eigenes Bier zu brauchen. Das kann meist günstiger angeboten werden als das der großen Brauereien und hat zudem den Kult-Vorteil. Für die Pubs ist das im Einzelfall überlebensnotwendig, denn die Krise macht auch vor den Tresen nicht halt. Man muss sich einiges einfallen lassen, um Gäste in seinen Laden zu bekommen. Ein eigenes Bier ist dabei ein gewichtiges Argument.

 

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