Tag der seelischen Gesundheit

Will ich das?!

Heute ist der „Tag der seelischen Gesundheit“. Schade – jeder Tag müsste in Ihrem Bewusstsein so lauten. Denn: Wir pampern unser Auto, geben uns Mühe bei der körperlichen Fitness, trennen verantwortungsbewusst den Müll, erfüllen alle Wünsche unserer lieben Mitmenschen, Kollegen und Chefs – aber uns selbst ist die „seelische Gesundheit“ in dieser Deutlichkeit eher fremd. Und wenn man sich damit beschäftigt, kommt sofort das schlechte Gewissen.

Ich möchte deshalb heute die Kernfrage stellen. Sie ist entscheidend bei Stress, Abhängigkeiten, Zielsetzungen, und einfach allem, was Ihre Lebensqualität ausmacht:

Will ich das?

Sie sollten sich diese Frage auf drei verschiedenen Ebenen stellen. Und zu vielen Glaubenssätzen, die Sie bereits jahrelang verinnerlicht haben. Ja, das macht Mühe und es ist sehr komplex – selbst wenn man auf den ersten Blick sagen mag: Was soll diese Frage, ist doch klar.

Nein, es ist in vielen Fällen genau nicht klar.

Erste Fragestellung: WILL ich das? Da schwingt schon sowas mit von Verantwortung für einen selbst. Der Wille mag schnell geklärt sein – aber wovon hängt der ab? Ist es mein Wille oder ds Ergebnis von Anforderungen anderer Menschen und der so oft herbeigerufener „Umstände“? Wer sich intensiver mit dem „WILLEN“ auseinandersetzt, bekommt schon mal einen gewissen Gestaltungsspielraum.

Die zweite Ebene dieser Frage: Will ICH das? Die Frage nach dem eigenen Ich und dem, was ich eigentlich möchte oder für Richtig empfinde – das wird noch schwieriger. Wer bin ich? Woraus setze ich mich zusammen? Inwieweit ist mein Ich ein Konstrukt aus Erziehung, Genen und Erfahrungen? Inwieweit setze ich mich selbst unter Druck? Fühle ich mich als ICH oder habe ich da Denkansätze, die mich weiter entwickeln?

Schließlich der dritte Aspekt: Will ich DAS? Wie oft kommt es vor, dass man Verhaltensweisen, Ziele oder Handlungen dadurch definiert, dass andere mich vereinnahmen und Entscheidungen für mich treffen, die ich selbst im Vorfeld hätte treffen sollen. DAS steht als Frage im Raum, wenn ich tiefer in mich hinein höre. Dieser Job, diese Betreuung, diese Denkweise, diese Entscheidung?

Lebensqualität ist ein Zusammenspiel von dem, was Sie für sich wollen und für richtig erachten.

Ich gebe zu: das wirkt sehr komplex. Aber: Alleine die Tatsache, dass Sie genau über diese Frage nachdenken, sorgt schon für einen entscheidenden IMPULS: Sie denken darüber nach. Sie stellen manches in Frage, Sie akzeptieren nicht mehr ungeprüft das, was Ihnen geschieht. Und: Sie sind nicht mehr nur Opfer oder Ergebnis von anderen Menschen, die diese Frage zu Ihren Ungunsten beantwortet haben.

Also gilt es, sich diese Frage zu stellen, um ein Stück weit die Selbst-Sabotage zu beenden.

Deshalb: Will ich das?

In diesem Sinne: Bleiben Sie gelassen.

Ihr Jan O. Deiters

 

 

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