The Norseman Pub in Dublin

The Norseman Pub

Sie sind in Dublin unterwegs? Vielleicht auch im Temple Bar Bezirk? Wie viel andere suchen Sie eine Location für den Abend, wo sie gutes Essen und gute Live-Musik erwarten können? Dann geht es auf der Pub-Meile zunächst an unübersichtlich vielen Pubs vorbei, die ihre Mitarbeiter mit Schildern und direkter Ansprache vor ihren Laden stellen. Man kann sich derer kaum erwehren – aber man sollte sich nicht auf den erstbesten Vorschlag einlassen. Nicht, weil er schlecht wäre, sondern weil es aus unserer Sicht einen Geheimtipp gibt. Klar, auch dort ist es an einem Samstag Abend brechend voll. Aber es lohnt sich an jedem Wochentag.

Das Gebäude in der 28E Essex Street steht schon länger dort. Die Ursprünge gehen auf ein „Watering Hole“, also umgangssprachlich für eine „Kneipe“, zurück in den 1500er. Es war bekannt als „The Wooden Man Tavern“, benannt nach einer hölzernen Wikinger Statue an der Straßenecke. Ja, die Wikinger gehören in der Historie Dublins so ziemlich zu den wichtigsten Bezugspunkten. Immerhin gründeten die an der Mündung des Flusses Liffey einen Handelsposten und kämpften gegen Modder und Sumpf. Deshalb auch der eher unromantische Namen von Dublin.

Bis vor einiger Zeit hieß der Pub und die angeschlossenen Gästezimmer noch „The Farrington“, ganz in Ochsenblutrot gehalten, jetzt wurde es umbenannt in „The Norseman“ (der Wikinger) und dabei Schrift und Farbe komplett verändert in Richtung Blau. Dabei beziehen sich die Betreiber auf die Geschichten der Vergangenheit. Ihr Wunsch ist es, einen Teil dieser Wikinger-Historie am Leben zu erhalten. In den 1970er Jahren fand man übrigens am Wood Quay verschiedene Artefakte und ein recht gut erhaltenes Wikingerschiff, dessen Bug heute als künstlerische Adaption aus dem Bürgersteigpflaster herausragt. Und das nur wenige Straßen weiter in Richtung Liffey.

1696 wurde der Pub lizensiert. Seitdem gab es viele Wirte. Einer von ihnen war James Monks, der in den 1840er Jahren den Whiskey der nicht weit entfernten Jameson Distillery unter Zollverschluss hielt. Davon gibt es – neben einigen anderen Artefakten – noch Dokumente, die innerhalb des „Norseman“ in Vitrinen ausgestellt sind. Schon deshalb gibt es im Norseman eine Unmenge an verschiedenen Sorten Whiskey (u.a. auch Jameson und Teelings) und einige Biersorten, die sich auch an dem aufkommenden Trend der Craft-Beers orientiert.

Wir von der „Lust auf Irland“-Redaktion finden den Pub in jeder Hinsicht sehr gut und uneingeschränkt empfehlenswert. Wer italienische Pasta sucht, findet hier ein Angebot, das manch „Original Italien Restaurant“ wenige Straßen weiter absolut in den Schatten stellt. Burger-Freunde kommen ebenfalls auf ihre Kosten. Die Musiker sind wirklich richtig gut, auch im internationalen Vergleich. Naja, und Bierfreunde erleben hier eine Auswahl wie in einem Schlaraffenland. Wie so oft machen aber auch die Mitarbeiter einen bedeutenden Teil des Gäste-Erlebnisses aus. Oft erlebt man eine sachlich-geschäftige Freundlichkeit, an der nichts auszusetzen ist (wir wollen da nicht missverstanden werden, das ist völlig o.k.!). Im Norseman werden wir jedenfalls immer wieder angenehm überrascht.

Unser Fazit: ausprobieren, hingehen und wohlfühlen. Enjoy.

Hier finden Sie alles weitere: www.norseman.ie

 

Text/Fotos: Jan O. Deiters

 

 

 

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